Dienstag, 1. Dezember 2015

Lilli Beck - Glück und Glas


Kurzbeschreibung:
( Klappentext)
Am 7. Mai 1945 werden Marion und Hannelore in der Frauenklinik in der Münchener Maistraße geboren. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen stammen, wachsen sie wie Schwestern auf und sind unzertrennlich. Doch als Marion sich an ihrem zweiundzwanzigsten Geburtstag verliebt, zerbricht ihre Freundschaft. Während der Kalte Krieg immer mehr eskaliert, die Studenten auf die Straße gehen und die ersten Kommunen entstehen, trennen sich ihre Wege endgültig. Die widerspenstige Marion wird Fotomodel, hat großen Erfolg im Beruf, aber kein Glück in der Liebe. Hannelore studiert Jura, um Anwältin zu werden, doch das Leben hat andere Pläne mit ihr. Jahrzehnte später, am 7. Mai 2015, wollen sie ihren siebzigsten Geburtstag zusammen feiern - doch kann die Zeit alle Wunden heilen?

Meinung / Fazit:
Der Klappentext gibt im Groben schon den Inhalt des Buches wieder.
Marion beschreibt in diesem Buch - rückblickend -  die Jahre bis zum siebzigsten Geburtstag, an dem sie auf Hannelore wartet und hofft, sie wird kommen.

Anschaulich und in einem angenehmen Schreibstil beschreibt die Autorin das Leben der beiden Hauptprotagonisten Marion und Hannelore.

So unterschiedlich die beiden Frauen schon von ihrer Herkunft sind, sind auch ihre Lebenswege. Jede will ihren Traum vom Glück verwirklichen, doch es kommt immer anders als gewollt.

Das Einbinden der historischen "Zeitzeugen" der damaligen Jahre in diesen Roman: das Leben in Kommunen, freie Liebe, Studentenunruhen, Börsencrash sowie die Auswirkungen des Kalten Krieges haben mir gut gefallen. Sie gaben dem Roman einen authentischen Hintergrund.

Freundinnen für immer und immer  - dies war der Leitspruch von Marion und Hannelore.

Wieviel autobiografisches die Autorin in diesem Roman verarbeitet hat, ist mir nicht bekannt.
Doch es ist ihr gelungen ein lesenswertes, unterhaltsames Buch zu schreiben.


Lilli Beck - Glück und Glas - blanvalet Verlag - ISBN 978-3-7645-0543-1





Montag, 30. November 2015

Cara Roth - Ärger im Paradies [ Paradise Island ]



Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Emma Stevenson, die seit einiger Zeit als Reisejournalistin tätig ist und in London lebt, kehrt auf ihre Heimatinsel St.Hippolyte in der Karibik zurück. Sie hofft, das Paradies wiederzufinden, das sie einige Jahre zuvor verlassen hat, doch stattdessen stolpert sie von einem Ärger in den nächsten. Und in einen äußerst attraktiven Mann, Kristian Wyatt, in den sie sich Hals über Kopf verlieben könnte, wäre er nicht irgendwie in die Unannehmlichkeiten verstrickt, die ihr ständig widerfahren. Warum ist Kristian nach St. Hippolyte gekommen und was will er wirklich von ihr?

Meinung / Fazit: 
Einen Reisebericht über die Villa "Magnolia Lodge" der Familie Rochester auf St.Hippolyte zu schreiben ist ein Glücksfall für Emma, da sie ja persönlich mit der Insel verbunden ist.
Doch schon nach kurzer Zeit geschehen in der Villa Dinge, die Emma sich nicht erklären kann.
Sollte es wirklich der Geist von Philip Rochester sein? War dessen Tod ein Unfall oder gar Mord? Und was hat es mit dem "Fluch" auf sich, von dem geredet wird?
Und was ist mit Kristian, meint er es ehrlich mit Emma?

Viele Fragen, zu denen man im Laufe der Geschichte Antworten erhält, aber auch sein detektivisches Gespür einsetzen kann.

In leichtem Schreibstil entführte mich die Autorin in die Karibik.
Gerne hätte ich mehr über das Interview mit den Rochesters erfahren und in manchen Situationen etwas mehr Tiefe.

Eine durchaus lesenswerte Geschichte, mit kleinen Schwächen jedoch mit Spannung und Happy End.

Cara Roth - Ärger im Paradies - alle Rechte bei der Autorin - ISBN 978-1517463137














Freitag, 13. November 2015

Britta Orlowski - Land oder Liebe



Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Am liebsten würde Tina alle Probleme weit von sich schieben. Dumm nur, dass sie alleinerziehende Mutter von drei Kindern ist.
Eine Landpartie führt sie geradewegs nach Bützer, einem kleinen, aber hübschen Kaff an der Havel. Dort wird ein heruntergekommener Vierseitenhof zum Verkauf angeboten. Rasch steht fest: Sie wird aufs Land ziehen und sich ihren lang gehegten Traum von einem Mehrgenerationenhaus erfüllen. Das ist jedoch schwieriger als erwartet. Tinas Kinder leisten Widerstand und auch mit den Schrullen des Vorbesitzers hat sie nicht gerechnet. Den Mann mit seinem Machogehabe, den schwarzen Klamotten und dem albernen Tuch um den Kopf kann sie nicht recht einschätzen. Sein finsterer Blick geht ihr unter die Haut und insgeheim nennt sie ihn Prinz Eisenherz. Besser, sie interessiert sich nicht weiter für den Kerl und konzentriert sich lieber auf ihr Ziel, bald eine Familie der besonderen Art zu haben.

Meinung / Fazit:
Langweilig wird es mit Tina nicht.
Etwas blauaügig geht sie das Projekt Mehrgenerationenhaus an, fehlt es doch vor allen Dingen am nötigen Kleingeld.
Zwar sind die Kinder nicht sehr begeistert von Berlin aufs platte Land zu ziehen und rebellieren, doch Tina lässt sich nicht unterkriegen.
Oftmals steht ihr ihr Stolz im Wege und sie manövriert sich in prekäre Situationen, aus der ihr dann "Prinz Eisenherz" heraus hilft.

Lebendige Beschreibungen der Protagonisten und des Umfeldes machen das Lesen zum Genuss. Ich sah Tina mit ihren Stöckelschuhen und dem JLo-Po über den Hof gehend bildlich vor mir. Kopfkino!

Viele der beschriebenen Situationen können sich durchaus auch im realen Leben abspielen.
Schön zu lesen war, dass zusammenwächst, was zusammen gehört. Aus all den unterschiedlichen Menschen, die sich dort im Mehrgenerationenhaus zusammen fanden, entstand eine enge Gemeinschaft, in der jeder dem anderen half.
Auch Prinz Eisenherz öffnete sich und ließ Hilfe zu.
Die kleine Josi ist mir ans Herz gewachsen. Mit ihrem natürlichen, kindlichen Charm verstand sie es auch das Herz des starken Mannes zum Schmelzen zu bringen.

Ein wunderbarer, lesenswerter Roman.

Britta Orlowski - Land oder Liebe - bookshouseVerlag - ISBN 978-9963-52-845-5





Montag, 26. Oktober 2015

Titus Müller - Die Todgeweihte


Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Basel 1348: Auf einen Schlag verliert die Jüdin Saphira ihren Beruf, ihre Familie, ihre Heimat. "Bringe dieses Kästchen zum König", flüstert der Vater ihr vor seinem Tod zu. Doch die junge Frau wird von mächtigen Feinden gejagt. Es sind dunkle Jahre - die Pest wütet in der stolzen Stadt, und deren Bürger richten ihren Zorn gegen die jüdische Minderheit. Aber eines haben Saphiras Verfolger nicht bedacht: Zwei Männer sind unsterblich in sie verliebt. 

Meinung / Fazit:
Schon der Beginn der Geschichte wirft Probleme auf.
Eine Liebesbeziehung zwischen einer Jüdin und einem Christen - undenkbar im Jahre 1348 in Basel.
Die Jüdin Saphira, eine Federhändlerin, deren Herz dem schüchternen Ritter Thomas (Tam) von Bärenfels gehört, lässt sich von dessen Freund Christian Münch verführen. Eine Liaison, die nicht ohne Folgen blieb und Tam in eine tiefe Krise stürzte. Aus ehemals guten Freunden wurden Feinde.
Ich fragte mich: was in aller Welt war in Saphira gefahren?

Tams Vater, der Ritter Konrad von Bärenfels, Bürgermeister von Basel, bis über beide Ohren bei den jüdischen Geldverleihern verschuldet, zettelte eine Verschwörung gegen die Juden an.
Wiedermal mussten die Juden als Sündenbock herhalten! Brutal ging er gegen sie vor und ließ sie 1349 bei lebendigem Leib verbrennen.
Mehr will ich vom Inhalt hier nicht preisgeben, der spätere Leser soll sich selber ein Bild von jener Zeit machen.

Einige Fragen blieben für mich aber offen:
Warum dauerte es 8 Jahre, bis Saphira den letzten Wunsch ihres Vaters erfüllte? Leider ist nicht beschrieben, ob der König in dieser Sache doch noch etwas unternommen hat.
Was waren Christians Beweggründe als Mönch im Kloster Sankt Alban zu leben? War es der Kontakt mit den Pestkranken, unter denen auch sein Vater war? Die Wandlung vom "Schürzenjäger" zum Mönch?

Eine Liebesgeschichte,  eingebettet in eine gute historische Recherche.
Interessant, spannend und lesenswert.

Titus Müller - Die Todgeweihte - Heyne Verlag - ISBN 978-3-453-43827-9

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Brigitte Teufl-Heimhilcher - Neubeginn im Rosenschlösschen


Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Als Susanne mit 55 Jahren ihren Top-Job verliert, muss sie erfahren, dass es in ihrem Alter gar nicht so leicht ist, neuerlich im Berufsleben Fuß zu fassen. Zum Glück hat sie gute Freunde, eine Menge Ideen und das Rosenschlösschen, ihr ehemaliges Elternhaus, in dem sie bald Kochevents veranstalten will. Gemeinsam mit dem Architekten Werner macht sie sich daran, das Rosenschlösschen aus seinem Dornröschenschlaf zu holen und freut sich auf neue Herausforderungen. 
Doch plötzlich ist Werner wie vom Erdboden verschluckt, dafür macht ihr der Hamburger Starkoch Lars ganz eindeutig den Hof ...

Meinung / Fazit:
Was ich so liebe an den Romanen dieser Autorin? Sie beinhalten immer ein Stück aus dem "wahren Leben".
Denn es ist nun mal so, mit fortgeschrittenem Alter wird es immer schwerer einen Job zu finden, Erfahrung zählt oft nicht.
Diese Erfahrung musste nun auch Susanne machen. Nach erfolglosen Bewerbungen machte sie ihr Hobby zum Beruf, auch wenn da noch so einige Hürden zu nehmen waren.
Auch die neue Liebe kam nicht zu kurz, wenn auch Susanne zwischendurch "den Kopf mal in den Sand gesteckt" hatte. Oft trügt ja der Schein, wie sie dann auch feststellen musste.
Jedes Kapitel beginnt mit einem Kochrezept, und kann - muss aber nicht - nachgekocht werden.

Mir hat "Neubeginn im Rosenschlösschen" einen kurzweiligen Nachmittag beschert.

Brigitte Teufl-Heimhilcher - Neubeginn im Rosenschlösschen - alle Rechte bei der Autorin -                                                                                            ISBN  978-3738646177

Montag, 12. Oktober 2015

Gerit Bertram - Die Tochter des Medicus



Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Als Gideon Morgenstern in Regensburg das Erbe seines Großvaters antritt, ahnt er nicht, dass der Koffer, den der alte Mann ihm vermacht hat, sein Leben für immer verändern wird. Gideon, der stets gegen die Traditionen aufbegehrte und als Einziger in der Familie nicht Arzt wurde, entdeckt die tragischen Zeugnisse einer längst verschwundenen Welt: alte Fotografien, ein Hochzeitsgewand - und vor allem einen uralten Holzkoffer. Dieser gehörte Daniel Friedman, einem jüdischen Arzt, der 1519 in Regensburg bei einem Pogrom ermordet wurde. Als einzige Überlebende aus der Familie nahm seine Tochter Alisah den Medizinkoffer an sich und führte sein Handwerk fort. Doch als jüdische Frau war es nicht nur gefährlich, sondern auch verboten, als Ärztin tätig zu sein ...

Meinung / Fazit:
Der erste Satz im Klappentext "Als Gideon Morgenstern in Regensburg...."  zog meine Aufmerksamkeit an, da ich seit einiger Zeit in der Nähe von Regensburg lebe. Über die Geschichte der Juden hier wusste ich nichts. Zwar war mir bekannt, dass es die Juden schon immer schwer hatten, aber dass es 1519 sogar hier ein Pogrom gab, war mir nicht bekannt.

Der Einstieg in die Geschichte war mühelos und das Buch las sich wie von allein.
Beginnend im Jahr 2013, zwischen Trient und Regensburg, beginnt die Geschichte um Gideon, der das Erbe seines Großvaters antritt. Zuerst uninteressiert an dem Erbe wurde Gideon dann doch von der Neugier gepackt und untersuchte den Inhalt des Koffers. Tagebücher in hebräischer Schrift stellten ihn vor ein Hindernis, da er der Sprache nicht mächtig war. Mit Paula, die er als Übersetzerin gewinnen konnte, tauchten Gideon und auch ich ein in das Jahr 1519.

Traurige Ereignisse umgaben Alisah, doch nie verlor sie ihren Mut. Eine wahrhaft starke junge Frau, die tapfer ihren Weg ging und die Werte ihres Glaubens nicht aus den Augen verlor.
Auch Gideon und Paula überdachten ihr bisheriges Leben und schlugen einen anderen Weg ein.

Gut gezeichnete Charaktere, ein flüssiger, angenehmer Schreibstil und eine wirklich gute Recherche gaben dieser Geschichte die richtige Würze.

Nicht jeder Autor schafft es, mich so für ein Buch zu begeistern.
Von mir eine Leseempfehlung!

die Autoren:
Gerit Bertram ist das Pseudonym eines Autorenpaares, das sich 2007 durch ein Internet-Schreibforum kennen lernte. Schnell entdeckten sie ihre gemeinsame Liebe zur Geschichte und schreiben seitdem erfolgreich zusammen. Iris Klockmann ist gelernte Arzthelferin und lebt mit ihrer Familie in ihrer Geburtsstadt Lübeck. Peter Hoeft war fast dreißig Jahre lang in der stationären Altenpflege tätig und wohnt mit Frau und Sohn in der Nähe von Hannover. 

Gerit Bertram - Die Tochter des Medicus - blanvalet Verlag - ISBN 978-3-7645-0440-3



Montag, 5. Oktober 2015

Katherine Webb - Italienische Nächte


Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Clare folgt ihrem Mann, als sie 1921 von England in die Hitze Apuliens reist. Boyd arbeitet dort als Architekt für den reichen Grundbesitzer Leandro Cardetta und möchte, dass Clare den Sommer bei ihm verbringt. Doch Boyd empfängt sie abweisend und scheint etwas zu verbergen. Auf sich allein gestellt erkundet Clare die fremde Umgebung und lernt Ettore kennen, den Neffen des Grundbesitzers. Clare fühlt sich unbändig zu ihm hingezogen - zu einer Welt, in die sie nicht gehört und die droht, für beide zum Verhängnis zu werden ...

Meinung / Fazit:
Angesprochen durch den Klappentext und die Coverabbildung - die eine positive Ruhe und Beschaulichkeit ausstrahlt - entschied ich mich für dieses Buch.

Leider hatte ich schon zu Beginn meine Probleme, der Lesefluss wollte sich nicht einstellen und ich überlegte zwischenzeitlich schon, das Buch abzubrechen.
Doch irgendwie war ich auch neugierig, welches Geheimnis Boyd und Leandro vor Clare verbargen.

Aus dem beschaulichen England geraten Clare und Philip mitten hinein in den Kampf der Landarbeiter und Gutsbesitzer, sie fühlen sich nicht wohl und würden gerne sofort zurück nach England, was ihnen aber nicht gestattet wird.
Clare und ihr Stiefsohn Philip sind ein eingespieltes Team.  Als Clare den Landarbeiter Ettore kennen lernt, ändert sich für Philip viel, da Clare immer mehr Zeit mit Ettore verbringt und ihn dadurch vernachlässigt. Philip kommt so immer mehr in den Einflußbereich von Marcie, der Frau von Leandro, die es geschickt versteht Philip für ihre Pläne einzuspannen.

Kurz vor Ende der Geschichte erzählt Leandro Clare die Wahrheit, das Geheimnis, welches Boyd und Leandro verbindet und so nicht zu erwarten war.

Eine Geschichte von Liebe und Leid, historisch gut recherchiert und eingewoben in die fiktive Geschichte.
Leider empfand ich die Erzählungen über den Kampf zwischen Landarbeiter und Gutsbesitzer teilweise schon sehr langatmig, da sie doch den größten Teil der Geschichte ausmachten.


Katherine Webb - Italienische Nächte - Diana Verlag - ISBN 978-3-453-29173-7