Mittwoch, 3. Mai 2017

Kristina Ohlsson - Schwesterherz



Kurzbeschreibung:
( Klappentext )
Am Tag, an dem diese Geschichte ihren Anfang nimmt, regnet es. Ein verzweifelter Mann stürmt ins Büro von Martin Brenner und bittet den Anwalt, einen Fall zu übernehmen. Den seiner Schwester, einer fünffachen Serienmörderin, bekannt als Sara Texas. Allerdings gibt es einen Haken: Seine Schwester ist längst tot. Und niemand weiß, warum ihr kleiner Sohn seitdem verschwunden ist. Nur wenn dieser aussichtslose Fall erneut aufgerollt wird kann das Kind gerettet werden. Brenners Neugier ist geweckt, und er nimmt das Mandat an ...

Meinung / Fazit:
Bislang war mir die Autorin Kristina Ohlsson nicht bekannt, doch nach diesem Buch wird sich das ändern.
"Schwesterherz" ist der erste von zwei Bänden um den Anwalt Martin Brenner.
Seine Arbeit geht hier über die Arbeit eines Anwaltes hinaus, er recherchiert wie ein Detektiv, bringt sich und sein privates Umfeld in große Gefahr und gerät selbst unter Mordverdacht.
War Sara Tell - bekannt als Sara Texas - wirklich eine Serienmörderin? Warum gestand sie Morde, die sie nicht begangen hatte? Wer hatte so großen Einfluss auf sie, dass sie es tat? Und wo ist Saras Sohn geblieben?

Die Aufteilung in einzelne Kapitel, die jeweils mit einem Interview zwischen Martin Brenner und dem freien Journalisten Fredrik Ohlander beginnen, wecken schon die Neugier auf die nächsten Seiten.
Martin Brenner erzählt sehr detailliert wie er in diese Geschichte geraten ist, sowie auch über sein Privatleben. Über seine Geschäftspartnerin Lucy, mit der er auch ein loses Verhältnis führt und über seine Adoptivtochter Belle, das Kind seiner verstorbenen Schwester.

Die Autorin hat die Cliffhanger stets an der richtigen Stelle platziert, der Spannungsbogen steigt stets an und hat mich als Leser mitgetragen.
Die Charaktere und Handlungsorte sind gut beschrieben, für mich war es ein gutes Kopfkino.

Leider sind noch viele Fragen offen, aber in Hinblick auf den zweiten Teil "Bruderlüge" erwarte ich dort die Aufklärung aller Verwicklungen und Intrigen.

Mir hat dieser Thriller angenehme und spannende Lesestunden bereitet.


Kristina Ohlsson - Schwesterherz - limes -Verlag - ISBN 978-3-8090-2663-1


Dienstag, 18. April 2017

Cara Mattea - Das Leben zwischen Jetzt und Hier


Kurzbeschreibung:
( Klappentext)
Neue Uni, laute Großstadt, komplizierte WG - Emilia musste für ihr Medizinstudium ins hektische Berlin ziehen und ist darüber todunglücklich. Alles erscheint ihr fremd und furchteinflößend. Dann trifft sie den Modedesign-Studenten Leo, und plötzlich fühlt sich Emilia angekommen. Durch ihn lernt sie nicht nur die vielen bunten Ecken Berlins kennen, sondern sie erfährt auch zum ersten Mal, wie sich Liebe anfühlt - zartbitter. Leo verzaubert sie mit seiner Kreativität und seinem Charme. Aber bald schon muss Emilia erfahren, dass auf seinem Leben ein Schatten liegt, der ihre gemeinsame Zukunft in weite Ferne rücken lässt. Doch das was für die beiden zählt, ist das Leben zwischen Jetzt und Hier. 

Meinung / Fazit:
Neugierig geworden bin ich durch den Klappentext und wollte wissen, was für Geheimnisse die Geschichte verborgen hält.
Ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht!
Der Autorin ist es gelungen, mich mit der Geschichte einzufangen.
Es ist nicht nur einfach eine Liebesgeschichte, sie fördert auch andere Themen und Probleme zu Tage. Alkoholmissbrauch, häusliche Gewalt und die Folgen für den Betroffenen sind in einem guten Schreibstil wieder gegeben.
Gut gefallen hat mir auch, dass die Hauptprotagonisten Emilia und Leo in abwechselnden Kapiteln zu Worte kamen und ich mir so ein gutes Bild von ihnen und ihrer Situation machen konnte.
Emilia und  Leo, die eine feste Verbundenheit und Liebe zu einander entwickeln, können sich auch in schweren Zeiten aufeinander verlassen.

Eine gute Geschichte mit Höhen und Tiefen, voller Emotionen, mit lebendigen Charakteren, die mir eine angenehme Lesezeit bereiteten.

Dies war ein gelungenes Debüt von Cara Mattea, nun warte ich auf die Fortsetzung, da ich unbedingt wissen will, wie sich die Geschichte weiter entwickelt.




Cara Mattea - Das Leben zwischen Jetzt und Hier - books2read - ISBN-13: 978-3-7431-7602-7

Montag, 3. April 2017

Valentina Cebeni - Die Zitronenschwestern


Kurzbeschreibung:
( Klappentext )
Elettras früheste Kindheitserinnerung ist der Duft von Anisbrötchen. Ihre Mutter war eine begnadete Bäckerin, deren Köstlichkeiten direkt den Weg in die Herzen der Menschen fanden. Doch seit sie schwer erkrankt ist, steuert die Bäckerei der Familie auf den Bankrott zu. Und Elettra ist ganz auf sich allein gestellt, denn sie erfuhr nie, wer ihr Vater ist. Als sie von einer kleinen Insel im Mittelmeer hört, auf der ihre Mutter die glücklichste Zeit ihres Lebens verbracht haben soll, reist sie kurz entschlossen dorthin. Inmitten von Zitronenhainen stößt sie auf ein verlassenes Kloster, das eine alte Liebe verbirgt - und vielleicht das große Glück.

Meinung / Fazit:
Ein Medaillion ihrer Mutter und das Gespräch einer alten Frau im Krankenhaus, veranlassen Elettra auf die Reise zu gehen. Sie führt sie auf die Isola del Titano, einer doch etwas ungewöhnlichen Insel, auf der Witwen geächtet und so vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden.
Sie findet im dortigen Kloster Unterschlupf und beginnt dort nach Antworten auf ihre Herkunft und dem damaligen Leben ihrer Mutter zu suchen.
Es werden ihr viele Steine in den Weg gelegt und das Kloster (was davon noch übrig ist) steht kurz vor der Schließung. In der Zwischenzeit spürt Elettra eine tiefe Verbundenheit mit dem Kloster und versucht mit den übrigen Frauen, das Kloster wieder als Wallfahrtsstätte herzurichten und zu erhalten.
Auch das nie ausgesprochene Geheimnis ihrer Herkunft lüftet sich und Elettras Suche findet ein Ende und eine große Liebe.

Die Beschreibungen der Protagonisten und Orte  waren detailliert, so dass ich mir ein gutes Kopfbild machen konnte. Aufgelockert wurde die Geschichte durch einige Backrezepte, die sich zum Nachbacken eignen.

An sich eine gute Geschichte, aber mir war sie doch teils zu fiktiv und mystisch geschrieben. Aber jeder Leser empfindet ja anders.

Über die Autorin:
Valentina Cebeni wurde 1985 in Rom geboren, doch sie trägt das türkisblaue Meer, das die Küste Sardiniens umspielt, im Herzen.  Bereits seit ihrer Kindheit hat sie zwei große Leidenschaften: für mitreißende Geschichten und für das Kochen und Backen. Denn sie liebt es,über die Rezepte ihrer Familie die gemeinsame Vergangenheit wieder zu entdecken. Die Zitronenschwestern ist ihr Debüt in deutscher Sprache.

Valentina Cebeni -  Die Zitronenschwestern - Penguin Verlag - ISBN 978-3-328-10040-9



Dienstag, 14. März 2017

Judith Nicolai - Schneetänzerin/Das Herz der Schneetänzerin/Der Traum der Schneetänzerin




Kurzbeschreibung/Klappentext

Schneetänzerin:
Es hätte die schönste Zeit ihres Lebens sein können: Friedlich wachsen die junge Anna und ihre Freundin Helene auf dem abgeschiedenen ostpreußischen Gut Mechnitz auf. Doch dann wird ihr kleines Paradies bedroht: Adam, Annas große Liebe, meldet sich freiwillig für die Front und Helene stürzt sich in eine gefährliche Liebe zu dem Kriegsgefangenen Robert - obwohl ein machthungriger SS-Offizier Ansprüche auf sie erhebt. Und während die Ostfront mitsamt Hunger und Tod immer näher rückt, müssen Anna und Helene um ihr Glück und ihre Zukunft kämpfen.

Das Herz der Schneetänzerin:
Bremen, 1950: Die Jahre nach dem Krieg waren hart, die Nahrungsmittel knapp und die Winter kalt, doch nun ist es Zeit nach vorne zu blicken - auch für Anna und ihre Familie. Durch ihre Arbeit in der Kantine der amerikanischen Besatzer nimmt Annas Leben eine ganz neue Wendung: Mit der quirligen Gisi kehren Fröhlichkeit und Ausgelassenheit in ihren Alltag zurück ... und mit dem charmanten GI Samuel Herzklopfen und Küsse bei Sonnenuntergang. Doch darf Anna ihren Gefühlen wirklich folgen, solange sie nicht weiß, welches Schicksal ihre Jugendliebe Adam ereilt hat, der in den Kriegswirren 1944 verschwand?

Der Traum der Schneetänzerin:
Manchmal muss man seine Heimat verlassen, um ein neues Zuhause zu finden. Deswegen packt auch Anna ihre Koffer und besteigt einen Dampfer, der sie in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten bringen soll. Nur ganz so strahlend ist die Neue Welt leider nicht: Zahllose Einwanderer suchen verzweifelt nach Arbeit. Eine zarte Hoffnung auf Glück tut sich auf, als Anna Anstellung auf einer Ranch findet. Endlich wieder Weite und Pferde, Sonnenduft und Pfirsicheistee - und eine neue Liebe? Doch auch in diesem Paradies ziehen bald dunkle Wolken auf ...

Meinung / Fazit:

Die o.g. Klappentexte verraten schon einiges über den Inhalt der Bücher.

Hat man den ersten Band dieser Familiensaga gelesen, so muss man auch die Folgebände lesen. Denn nach und nach wird dem Leser so die Geschichte der Anna aufgeschlüsselt und man begibt sich mit ihr auf eine Reise, die Gefahren und Freundschaften mit sich bringt.

Mal mit einem weinenden Auge, mal mit einem Schmunzeln im Gesicht habe ich Annas Weg von Ostpreußen über Bremen bis nach Amerika begleitet.
Für andere Menschen hatte sie ein mitfühlendes Herz und stets eine helfende Hand, sie war eine richtige Freundin.
Doch oft wollte ich sie schütteln, stand sie sich und ihren eigenen Gefühlen oftmals selbst im Weg und machte sich das Leben schwer.

Die Protagonisten, ob sympathisch oder unsympathisch, wurden von der Autorin charakterlich gut beschrieben.
Auch ihre Liebe zum Detail (Handlungen und Landschaften ) gaben der Geschichte einen lebendigen Rahmen.

Mir hat diese Familiensaga über Verluste, Liebe, Sehnsucht und - wenn auch nicht leichten - Neuanfang gut gefallen.


Zur Autorin:
Judith Nicolai wurde 1976 in Karlsruhe geboren. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits mit 14 Jahren. Dennoch machte sie erst eine Ausbildung zur Buchhändlerin und studierte anschließend Gartenbauwissenschaften. Heute lebt sie in der Nähe von Karlsruhe. "Schneetänzerin" ist ihr erster Roman.


Judith Nicolai -  Schneetänzerin
                              Das Herz der Schneetänzerin
                              Der Traum der Schneetänzerin

Weltbild Verlag                                                                                                                          


Montag, 20. Februar 2017

Stefanie Gregg - Mein schlimmster schönster Sommer


Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Als Isabel aus dem Krankenhaus entlassen wird, weiß sie, dass nichts mehr ist, wie es war. Zum ersten Mal ist sie spontan: Sie kauft einen VW-Bus und fährt einfach los. Eigentlich will sie in die Provence, aber dann kommt alles anders. Eine Reise beginnt, bei der sie Menschen trifft, denen sie sonst nie begegnet wäre, bei der sie ihr altes Leben loslässt und ein neues anfängt - und vor allem eines findet: die Liebe.

Meinung / Fazit:
Die Leseprobe und der Buchtitel ließen mich neugierig werden.
Ein Sommer - schlimm und schön?
Mit dem Wissen einen männerfaustgroßen Tumor im Bauch zu haben und dem Rat des Arztes nach zwei Wochen Urlaub sich wieder bei ihm vorzustellen, verlässt Isabel das Krankenhaus. Eigentlich gehört Spontanität so gar nicht zu Isabel, als Businessfrau plant sie alles weit im Voraus. Doch als sie den gelben VW-Bus sieht entscheidet sie spontan, lässt ihrem Lebenspartner und Kollegen Georg eine kurze Nachricht und ihr Handy da. Gemeinsam mit dem Besitzer des Bullis, Rasso Liebermann, geht es nach Süden. Eigentlich will Isabel in die Provence, doch Rasso hat noch einiges in Bayern zu erledigen...

Eine Fahrt, auf der ich Isabel gerne begleitet habe, mal mit einem lachenden, mal mit einem weinenden Auge.
Durch den flüssigen Schreibstil und die gut gezeichneten Charaktere flogen die Seiten nur dahin.
Auch wenn es eine fiktive Geschichte ist, so zeigt sie doch, wie man auch in schweren Zeiten, Positives im Leben finden kann.

Von mir eine Leseempfehlung.

Stefanie Gregg - Mein schlimmster schönster Sommer - Verlag atb  - ISBN 978-3-7466-3321-3




Freitag, 17. Februar 2017

Christopher Ross - Sophie Elisabeth/Die Gesandte des Zaren



Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
In Sankt Petersburg findet die badische Prinzessin Sophie Elisabeth ihre große Liebe. Im Winterpalais der Zarenfamilie begegnet sie Nicolai, einem eigenwilligen Offizier der Leibwache. Doch ihre junge Liebe steht unter keinem guten Stern. Denn als scharfer Kritiker Zar Alexanders entdeckt Nikolai eine hinterhältige Intrige gegen den Gouverneur im ferneen Russisch-Amerika - und wird verraten. Als Sophie Elisabeth erfährt, dass er aus dem Gefängnis geflohen ist, folgt sie ihm in ihrer Verzweiflung auf einer entbehrungsreichen Reise durch die einsame und wilde Taiga. Um die Gefahren der Natur zu überstehen und Nikolai und die Zukunft Alaskas zu retten, muss sie ihre adeligen Fesseln abstreifen und all ihre Stärke aufbringen.

Meinung / Fazit:
Zuerst war ich nicht so angetan von der Geschichte, doch mit der Zeit konnte ich mich mit Sophie Elisabeth, der Prinzessin aus dem Großherzogtum Baden, anfreunden.
Zu Besuch im Zarenpalast verliebte sie sich - ausgerechnet - in den smarten Offizier Nikolai, der beim Zaren in Ungnade fiel.
Doch die eigenwillige Sophie Elisabeth nimmt den Kampf um ihre große Liebe auf. Sie lernt ein Leben außerhalb der Palastmauern kennen, was ihr bis dato unbekannt war, meistert schwierige und gefährliche Situationen mit einer Willensstärke, die ich so nicht erwartet hatte.

In leichtem und angenehmen Schreibstil nahm mich der Autor mit auf eine Reise quer durch Russland zur Zarenzeit.
Gut beschriebene Protagonisten und bildhafte Beschreibungen der Handlungsorte haben der Geschichte einen guten Rahmen.
Auch wenn es mal einige Längen gab, so war es für mich ein Roman, den man gut zwischendurch lesen kann.

Da die Geschichte von Sophie Elisabeth und Nikolai noch nicht beendet ist, warte ich auf den nächsten Teil.


Christopher Ross - Sophie Elisabeth/Die Gesandte des Zaren - www.weltbild.de -
                                                                                                            ISBN 978-3-95973-138-6


Mittwoch, 1. Februar 2017

Ulrike Renk - Das Lied der Störche










Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Ostpreußen 1920: Frederike verbringt eine glückliche und unbeschwerte Kindheit auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz. Bis sie eines Tages erfährt, dass ihre Zukunft mehr als ungewiss ist: Ihr Erbe ist nach dem Krieg verloren gegangen, sie hat weder Auskommen noch Mitgift. Während ihre Freundinnen sich in Berlin vergnügen und ihre Jugend genießen, fühlt sich Frederike ausgeschlossen. Umso mehr freut sie sich über die Aufmerksamkeit des Gutbesitzers Ax von Stieglitz. Wäre da nur nicht das beunruhigende Gefühl, dass den deutlich älteren Mann ein dunkles Geheimnis umgibt...

Meinung / Fazit:
Nach einer unbeschwerten Zeit auf dem Gut besucht Frederike eine Schule in Bad Godesberg, um auf ihre spätere Bestimmung, der Führung eines Gutes, vorbereitet zu werden. Da sie ja mittellos ist, muß sie reich verheiratet werden.
Zurück auf dem Gut entwickelt sich langsam eine ernsthafte Verbindung zu Ax von Stieglitz, von dem Frederike schon seit ihrer Kindheit fasziniert ist.

Diese Familiensaga, geteilt in zwei Kapitel (Kinderzeit/junge Erwachsene) ist eine Mischung von Fiktion und wahren Begebenheiten, die von der Autorin zu einer Geschichte zusammengefügt wurden. ( siehe Nachwort)

Durch den flüssigen Schreibstil gelang mir der Einstieg in die Geschichte mühelos.
Liebevoll gezeichnete Charaktere und detaillierte Beschreibungen der Orte und Handlungen hauchen der Geschichte Leben ein.
Das Ende der Geschichte kam unerwartet und lässt viele Fragen offen. Doch im Nachwort konnte ich lesen, es wird einen nächsten Band der Familiensaga geben.

Mir hat diese Geschichte schöne Lesestunden bereitet und ich warte auf den Folgeband.

Ulrike Renk - Das Lied der Störche - atb Verlag - ISBN- 978-3-7466-3246-9