Dienstag, 25. März 2014

Marianne Grandia - Weißer als Schnee


Kurzbeschreibung:
Nach über zwanzig Jahren wird Kathy mit ihrem Vater, den sie aus ihrem Leben gestrichen hatte, konfrontiert. Sehr widerwillig begleitet sie ihn, auf den Anruf einer Nachbarin hin, ins Krankenhaus. Zu tief ist der Schmerz, der Hass, den sie auf ihren Vater hat. Alte Wunden brechen auf und bringen Kathy an den Rand eines Zusammenbruchs....

Meinung / Fazit: 
"Weißer als Schnee" ist der Debütroman der Autorin Marianne Grandia, die mit ihrer Familie in den Niederlanden lebt.

Bei Kathy bricht die Vergangenheit mit aller Macht und Stärke durch. Sie, die nach dem Tod der Mutter vor neunzehn Jahren sehr zurückgezogen lebt, trägt den Hass auf ihren Vater tief in sich und ist nicht bereit, weiteren Kontakt mit ihm aufzunehmen.
Doch es gibt Menschen, die sich nach dem Tod ihres Vaters, um sich bemühen und ihr helfen wollen. Die tiefgläubige Ellen, die Kathys Vater zwar nur kurz vor dessen Tod kennenlernte und der Pastor Martijn Mingels wollen ihr zur Seite stehen. Doch zunächst lehnt sie jede Hilfe ab.
Alles ändert sich erst, als sie im Nachlass ihres Vaters eine Nachricht ihrer Mutter vorfindet und sich daran macht, die Briefe, die ihr ihr Vater geschrieben hatte und die sie stets zurück schickte, liest.
Sie erkennt, dass ihr Vater sehr unter seiner Vergangenheit gelitten hat. Schlimme Dinge sind passiert, die ihr Großvater zu verantworten hatte.
Auch wenn ihr Vater ihre Mutter nicht aus Liebe geheiratet hatte, so hatte er seine Tochter Kathy doch immer geliebt.

Es war nicht einfach für Kathy, doch endlich war sie so weit und die Liebe zu ihrem Vater, die tief unter ihrem Hass auf ihn verborgen war, kam zum Vorschein.

In diesem Roman, der sehr detailiert und einfühlsam geschrieben ist, geht es um den Glauben zu Gott, insbesondere um Verzeihung. Gut und verständlich sind Bibelstellen/Psalmen in dem Text plaziert.
Ein lesenswertes Buch.

Marianne Grandia - Weißer als Schnee - Francke Verlag - ISBN 978-3-86827-426-4












Freitag, 14. März 2014

David Gregory - Das Wiedersehen (Night with a Perfect Stranger)


Kurzbeschreibung:
Nach einem Besuch bei seinen Eltern fährt Nick Cominsky müde nachts auf der Autobahn heimwärts. Da bemerkt er, sein Tank ist leer. Auf dem Seitenstreifen sieht er  einen Mann mit einem Benzinkanister und hält an. Es ist Jesus, den Nick bereits vor sechs Jahren schon einmal getroffen hat. Jesus steigt zu Nick in den Laster, sie fahren weiter durch die Nacht. Eine Fahrt, in der sich Nicks Leben nochmals verändern wird.....

Meinung / Fazit:
Durch sein Buch "Die letzte Christin" war mir David Gregory bekannt, daher war ich sehr neugierig auf "Das Wiedersehen".
Zwar läßt sich das Buch durch den flüssigen Schreibstil und den bildhaften Beschreibungen gut lesen, doch leider konnte mich der Autor mit diesem Buch nicht erreichen.
Einige Aussagen, die der Autor Jesus sagen ließ, erschienen mir manchmal etwas großzügig interpretiert.
Daher ist es ratsam, sich nebenbei  - wenn man nicht gerade sehr bibelfest ist - sich in ihr zu informieren.

z.B. S.76 Zitat:"...Und deswegen sind deine Sünden auch alle vergeben worden, lange bevor du sie begangen hast. Dein alter Geist wurde ans Kreuz geschlagen, verurteilt und ist mit Jesus gestorben. Also gibt es jetzt auch keine Verurteilung mehr. Was soll denn noch verurteilt werden? Dein altes Ich ist weg. Du hast einen neuen Geist, der nach dem Bild Gottes erschaffen wurde."....

Es könnte so verstanden werden, wende Dich Gott zu, dann kannst Du tun und lassen was Du willst - auch wenn es anderen gegenüber falsch ist, sie verletzt oder sogar tötet - denn deine Sünden sind dir ja schon vergeben.

Die Unterhaltung, die Nick mit Anne später im Auto führte, fand ich um einiges klarer. Sie ging auf seine Fragen ein und konnte sie ihm gut erklären.

Das Buch sollte als fiktive Geschichte gesehen werden, die nicht so ganz mit der Bibel übereinstimmt.
Zitat S.134 .....Hinter jeder Situation steckt Gott, der mir auf ganz verschiedene Arten begegnen will."


David Gregory - Das Wiedersehen (Night with a perfect Stranger) - Brunnen Verlag
ISBN 078-3-76655-1192-9



Donnerstag, 13. März 2014

Michael & Gina Spehn - Die Farbe des Regens


Kurzbeschreibung:
( Auszug Klappentext)
Gina verliert ihren Mann durch Krebs, Michael seine Frau. Getragen durch ihren Glauben, mithilfe von Freunden und Familie versucht jeder für sich, mit  seinen Kindern das Leben zu meistern. Als sie sich eines Tages begegnen, ist das wie eine Fügung. Sie lernen sich kennen, helfen sich gegenseitig, es entsteht eine tiefe Freundschaft...

Meinung / Fazit: 
Sehr realistisch und auch emotional beschreiben die Autoren in abwechselnden Kapiteln ihre familiäre Geschichte.
Sie geben Einblick, wie sie mit der Krankheit des Partners versuchen, zu recht zu kommen, und wie sie ihn im Sterben begleiten.
Trauer, Wut und auch Zweifel an Gott - warum läßt er es zu? - .
Doch durch Gebete und auch Gespräche mit Pastor Galik wurde der Glaube wieder gefestigt.
Gina und Matt waren fest in ihren Glauben eingebunden. Matt versucht Gina, auf ein Wiedersehen nach dem Tode zu trösten.
Cathy war die gläubigere in ihrer Ehe mit Michael, auch sie versucht, ihn zu trösten und bittet ihn um Kontaktaufnahme mit Gina.

War es Fügung, dass Gina und Michael sich trafen, ihre Trauer um den Verlust mit ihren Kindern gemeinsam bewältigten und dann zusammen eine große Familie wurden?

Ein Buch über zwei reale Schicksale, mit all ihren Höhen und Tiefen.
Beeindruckend auch, wie die Gemeinde, Freunde und Verwandte die Familien unterstützten und begleiteten, für sie alle war der Tod kein Tabuthema.

Für dieses Buch gibt es von mir eine Leseempfehlung, denn es zeigt:
"Geht eine Tür zu, so öffnet sich eine andere".

Michael & Gina Spehn - Die Farbe des Regens - Brunnen Verlag -
ISBN 978-3-76655-1802-7






Freitag, 14. Februar 2014

Christine Kabus - Töchter des Nordlichts



Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Oslo, 2011. Nora ist längst erwachsen, als sie von ihren samischen Wurzeln erfährt. Instinktiv spürt sie, dass sie ihr Glück erst finden wird, wenn sie in das Land ihrer Urahnen reist. Doch die Sami und ihre Kultur erscheinen ihr zunächst fremd. Bis sie auf den charismatischen Hundezüchter Mielat trifft. Gemeinsam mit ihm begibt sie sich auf die Spur ihrer Vorfahren. Dabei stößt sie auf die Geschichte des samischen Mädchens Áilu, das vor fast hundert Jahren in der eisigen Finnmark lebte. Schon bald ahnt sie, dass Áilus ungeheuerliches Schicksal eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verknüpft ist.

Meinung / Fazit: 
Wie schon in ihrem Debütroman "Im Land der weiten Fjorde" nimmt die Autorin den Leser mit auf eine Reise nach Norwegen, einmal in die Vergangenheit - beginnend im Jahre 1915 - und einmal in die Gegenwart, die im Jahre 2011 spielt.

In wechselnden Erzählsträngen bringt sie dem Leser nicht nur eine Geschichte nahe, sie beschreibt sehr bildhaft und auch realistisch die Landschaften, Protagonisten und die politische Lage, gerade in den Jahren ab 1915.

Gerade das Schicksal von Áilus, dem kleinen Samenmädchen, ging mir sehr nahe. Ihren Eltern von den Behörden entrissen, in sogenannten Internaten des Staates Norwegen untergebracht, fristet sie ein trauriges Leben, sogar ihr Name wurde geändert. Ich habe mich mit ihr gefreut, als sie das Glück hatte, von Gunnar und Solveig adoptiert zu werden.
Doch leider schenkte sie im Studium ihr Herz einem Mann, der sich - hinsichtlich ihrer Abstammung - von ihr getäuscht fühlte und sie ihrem Schicksal überließ.
War es Vorsehung, Schicksal oder Glück, dass sie durch Lemek Kuojok wieder zu ihren Wurzeln zurückkehrte?

Die zweite Hauptprotagonistin Nora war mir ja schon durch "Im Land der weiten Fjorde" bekannt.
Auch ihre Geschichte wurde lebendig beschrieben, die Suche nach ihrem Vater, den Intrigen ihres Großvaters, sowie die Aufnahme in der Familie ihres Vaters ließen die Seiten nur so dahin fliegen.
Leider war Nora in der neuen Familie nicht vor Anfeindungen - von Seiten ihrer Tante Gáddja - geschützt.
Auch ihre große Liebe zu Mielat war zeitweise in großer Gefahr.
Am Ende erfahren alle durch die Großmutter Ravna, wie Áilus und ihre Familiengeschichte zusammenhängen und Gáddja von ihrem hohen Ross herunterfällt.

Ein wirklich gelungener Roman. Authentisch durch die Hintergründe, flüssig, lebhaft und emotional geschrieben. Ein Buch, welches mich beim Lesen nach Norwegen entführte und Anteil am Leben von Áilu und Nora nehmen ließ.

Von mir eine Leseempfehlung.

Christine Kabus - Töchter des Nordlichts - Bastei Lübbe Taschenbuch - ISBN 978-3-404-16884-2


Mittwoch, 5. Februar 2014

Thomas Franke - Der Spiegel des Schöpfers


Kurzbeschreibung:
Nach einem Partybesuch fährt die junge Ärztin Leonie Brandstätter, mit zu viel Alkohol im Blut, nach Hause.
Das Wetter verändert sich, Starkregen und Gewitter zwingen sie auf der Landstraße langsam zu fahren. Sie merkt, irgendetwas stimmt nicht, sie fühlt sich unwohl und von dunklen Schatten umgeben. Kurz darauf fährt sie einen jungen Mann an, der nackt und bewusstlos ist. Die Polizei ruft sie nicht, sie versorgt den jungen Mann schnell und nimmt ihn mit zu sich nach Hause. Dort merkt sie, der junge Mann ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich, er spricht eine Sprache, die sie nicht kennt und seine Wunden heilen unerklärlich schnell. Leonie versucht sich mit ihm zu verständigen und ist erstaunt, wie schnell er ihre Sprache zu sprechen lernt. Ari, so heißt ihr Unfallopfer, scheint nicht von dieser Welt.
Am nächsten Tag steht die Polizei vor Leonies Tür und sucht nach Ari. Es soll sich bei ihm um einen Mann handeln, der ein gefährliches Virus in sich trägt. Doch Leonie ist skeptisch und flieht mit Ari, der ein hervorragender Fassadenkletter ist......

Meinung / Fazit: 
Schon nach den ersten Seiten hielt mich das Buch fest in seiner Hand.
Die Protagonisten und Situationen sind sehr bildhaft beschrieben, da spielte das Kopfkino Karussell.

Leonie will Ari nicht ausliefern und glaubt nicht an die Viruserkrankung. Doch schon bald werden sie von mächtigen Geheimdiensten verfolgt, die Ari unbedingt in ihre Gewalt bringen wollen und dafür über Leichen gehen.

Gut eingefügt ist die Hilfe, die sie von Ruben bekommen, den Leonie auf den Rat eines Engels, der zu ihr sprach, um Hilfe bat.

Dunkle Mächte sind allgegenwärtig, Genforschung und Genmanipulation sollen einen Menschen "klonen", nicht äußerlich, sondern die Seele, Gefühle und Empfindungen sollen übertragen werden.

"Der Spiegel des Schöpfers" zeigt aber bei aller Dramatik auch auf, dass Glaube und Hoffnung eine große Rolle spielen und das "Dunkel" besiegen können.

Auch wenn dieses Buch sich in kein Genre einfügen lässt, da Thriller, Fantasy/Mysterie sich abwechseln, so ist es ein Buch, das man unbedingt lesen muss.
Spannend -  von der ersten bis zur letzten Seite.

Thomas Franke - Der Spiegel des Schöpfers - Verlag GerthMedien - ISBN 978-3-86591-929-8


Samstag, 18. Januar 2014

Ruth Glover - Grosse Gefühle in weitem Land


Kurzbeschreibung:
Die Zeit zwischen den Wintern verlangt den Siedlern viel ab, denn sie müssen der Erde soviel wie möglich abringen, um den langen und harten Winter mit ihren Familien zu überleben. Auch die Einsamkeit birgt viele Gefahren, aber die Siedler haben eine starke Gemeinschaft aufgebaut und halten an ihrem Glauben zu Gott fest.
Linn, eine junge Frau, die mit ihrem Bruder und ihrer kranken Mutter eine Farm bewirtschaftet, wird von ihrer ersten großen Liebe schwer enttäuscht. Trapper Farley, ein Mann mit viel Feingefühl und christlichen Werten hilft ihr langsam über ihren Schmerz hinweg. Als Linn sich erneut verliebt, erlebt sie eine weitere Enttäuschung, welche ihr das Herz bricht.


Meinung / Fazit:
Dieses Buch ist die Fortsetzung von "Und die Herzen zieht´s nach Westen" der Autorin Ruth Glover.
Auch hier beschrieb sie die Charaktere wieder sehr bildhaft, ebenso wie das Leben der Siedler.
Einige Personen, die im ersten Buch schon eine Rolle spielten, finden sich am Rande in der Geschichte ein, ansonsten lebt die Geschichte von neuen Charakteren, an deren Leben der Leser teilnimmt.

In dieser Geschichte kommen Vorurteile, Hass, Hoffnung, Vergebung und Nächstenliebe durch die Handlungen der Protagonisten gut zum Ausdruck.

Für mich eine gelungene, lesenswerte Fortsetzung.
Gern würde ich noch weitere Bücher ( es gibt sechs ) aus der Reihe Kanada: Leben für den Traum lesen.
Leider wurden bisher nur die ersten beiden ins deutsche übersetzt.

Ruth Glover - Grosse Gefühle in weitem Land - Brunnen Verlag Basel



Montag, 13. Januar 2014

Ruth Glover - Und die Herzen zieht´s nach Westen


Kurzbeschreibung:
Als Siedler eine Farm zu besitzen und zu bewirtschaften war für viele Menschen ein Traum.
So auch für Matthew und Abbie Rooney, die sich Ende des 19. Jahrhunderts auf den Weg von Ontario
nach Saskatchewan, in den Distrikt Donnybrook aufmachten, um dort ihren Traum zu leben.
Es galt viele Schwierigkeiten zu meistern, die Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, denn das Leben dort brachte täglich neue Herausforderungen.

Meinung / Fazit:
Ich hatte vorher noch kein Buch der Autorin Ruth Glover gelesen und war angenehm überrascht, wie sie es verstand, mich von Beginn an mit ihrem gefälligen Schreibstil für die Geschichte einzunehmen.

Sie beschreibt sehr bildhaft die Charaktere, die Landschaft und das Leben der Siedler dort im Buschland.
Die Schicksale, Gedanken und Nöte der Bewohner werden glaubhaft dargestellt.
Auch wenn ihre Farmen weit auseinander lagen, gab es doch so etwas wie eine "Nachbarschaft".
Jeder musste sich täglich abmühen um überleben zu können, doch die kleine Gemeinde gab sich untereinander Halt. In schwierigen und auch Notsituationen konnte man stets auf die Hilfe untereinander vertrauen.
Es gab auch lustige Momente, die von der Autorin eingeflochten wurden und die Geschichte etwas auflockerten.

In dieser Geschichte ließ Ruth Glover erkennen, wie wichtig der Glaube und die gelebte Nächstenliebe für Menschen ist.

Eine Geschichte, die mir eine angenehme und abwechslungsreiche Lesezeit bescherte.

Ruth Glover - Und die Herzen zieht´s nach Westen - Brunnen Verlag Basel