Montag, 29. Juni 2015

Ute Jäckle - Verlorene Sehnsucht



Kurzbeschreibung
(Klappentext)
Die neunzehnjährige Kolumbianerin Elena versucht verzweifelt, ihre erste große Liebe, Rico, zu vergessen. Seine kriminelle Vergangenheit bei der Mafia belastet ihre Beziehung schwer. Desillusioniert wieder zu Hause begegnet sie Lorenzo, einem sexy Womanizer, der nichts anbrennen lässt. Er hilft ihr zurück in ihr altes Leben, und sie fühlt sich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder unbeschwert. Derweil trifft Rico aus Liebe zu Elena einen folgenschweren Entschluss und beschwört damit Ereignisse herauf, die auch Elena in höchste Gefahr bringen. Denn die Mafia vergisst nicht. Und bald weiß Elena nicht mehr, wem sie noch trauen kann und wen sie liebt.     

Meinung / Fazit:
Dieser Romantic Thrill ist der Folgeband von "Verloren in der grünen Hölle".

Elena hält die Einsamkeit im Haus an den Klippen, indem sie mit Rico und Söhnchen Manuel wohnen, nicht mehr aus. Sie verlässt Rico und zieht mit Manuel zu ihrer Großmutter. Rico bleibt allein zurück, da die Polizei und die Mafia noch immer hinter ihm her sind.
Doch der Mafia entkommt man nicht. Um seine kleine Familie zu schützen, begibt sich Rico widerwillig in den Dschungel und muss dort die Geißel Milena bewachen.

Elena lernt Lorenzo kennen und ist sich nicht sicher, ob sie Rico noch liebt. Lorenzo versteht es Elena zu "umgarnen" und in Sicherheit zu wiegen um dann in gefährlichen Situationen als ihr Retter aufzutreten.

Über Elena war ich zuerst etwas erstaunt. Sie, die sich im Dschungel nicht unterkriegen ließ, konnte sich gegenüber Lorenzo nicht zur Wehr setzen. Was er tat und sagte wurde so von ihr hingenommen.

Doch das Ende war für mich sehr überraschend und so nicht vorhersehbar.

Auch in diesem Roman gelang es der Autorin die Spannung stetig ansteigen zu lassen und die Neugier zu schüren.

Gut gezeichnete Protagonisten, Orte, Handlungen und Situationen machten das Lesen zum Vergnügen.


Ute Jäckle - Verlorene Sehnsucht - alle Rechte bei der Autorin - ISBN 978-1514123560
                                   



Montag, 1. Juni 2015

Clarissa Linden - Ich warte auf dich, jeden Tag


Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Erin steht vor den Scherben ihres Lebens: Ihr Mann hat sie verlassen, und ihr Job ist gefährdet. Auf dem Speicher ihres Elternhauses findet sie unter den Hinterlassenschaften ihres Großvaters ein Flugticket nach Deutschland und einen alten Liebesbrief, unterschrieben von einer Lily. Erin hat ihren Großvater stets als kalten und unnahbaren Menschen kennengelernt. Und ausgerechnet er soll eine heimliche Liebe gehabt haben? Unfassbar! Erin reist nach Deutschland und begibt sich auf die Spur der geheimnisvollen Lily, die in den dreißiger Jahren eine leidenschaftliche Gegnerin der Nazis war...

Meinung / Fazit:
Mit zwei unterschiedlichen Handlungssträngen auf verschiedenen Zeitebenen ( USA 1999 und Frankfurt 1933 ) taucht der Leser ein in die Geschichte um Erin, ihren Großvater Alexander und Lily .
Erin, die die Trennung von ihrem Mann Jeffrey nicht verarbeiten kann und hofft, er kommt zu ihr zurück, stößt auf dem Dachboden ihres Elternhauses auf einen Brief, den eine Lily an ihren Großvater 1993 geschrieben hat, sowie auf ein Flugticket nach Frankfurt. Da ihr Großvater 1993 verstarb und niemand Lily kennt, wird in Erin die Neugier geweckt. Was hat es mit dem Brief und dem Flugticket auf sich?
Zuerst noch unsicher aber durch ihre Freundin Charlotte bestärkt, begibt sich Erin auf die Reise um zu erfahren, was es mit Lily und Alexander auf sich hat.

Der Leser ist nun klar im Vorteil, da er zwischendurch die Geschichte um Alexander und Lily erfährt. Eine Liebe, die zaghaft erblühte und einer mißhandelten Katze zu verdanken ist. Lily, eine starke junge Frau aus der Arbeiterschicht setzt sich ein im Kampf gegen die Nazis. Alexander stammt aus wohlhabendem Haus und kann nicht so ganz verstehen, dass Lily ihr Kampf gegen die Braunhemden so wichtig ist.
Alexander will Lily heiraten, doch sie lehnt den Antrag ab und will auch nicht mit Alexander und dessen Eltern Deutschland und ihre Familie verlassen. Als Lily sich anders besinnt sorgen widrige Umstände dafür, dass Alexander und sie sich nicht mehr sehen. So endet zunächst eine große Liebe.

Erin kommt in Europa langsam auf die Spur von Lily. Charlotte bestärkt sie immer wieder darin nicht aufzugeben und Erins Suche ist schließlich von Erfolg gekrönt.

Das Buch beginnt mit einem Gedicht von Marie von Ebner-Eschenbach: "Alles kann Liebe" - welches mir sehr gut gefällt und ein guter Einstieg in die Geschichte ist.

Durch den flüssigen Schreibstil und die bildhaften Beschreibungen gelang es der Autorin die Stimmungen und Charaktere gut darzustellen.
Auch die Entwicklung, die Erin in dieser Geschichte durchmachte ( zuerst unsicher und von Neurosen geplagt zur selbstbewußten Frau, die ihre Zukunft nun selber in die Hand nimmt ) sind gut beschrieben.

Ein Geschichte voll Gefühl über eine große Liebe. Lesenswert und berührend.

Christiane Lind schrieb diesen Roman unter dem Pseudonym Clarissa Linden

Clarissa Linden - Ich warte auf dich, jeden Tag - knaurVerlag -  ISBN 978-3-426-51605-8

Montag, 18. Mai 2015

Titus Müller - Berlin Feuerland


Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Hannes Böhm lebt in dem Industrieviertel, das die Berliner Feuerland nennen, weil hier die Schornsteine der Industrie qualmen. Als eine Art selbst ernannter Fremdenführer verdient er sich ein kleines Zubrot, indem er neugierigen Bürgern die Armut und die Not in den Hinterhäusern zeigt. Bei einer solchen Gelegenheit lernt er Alice kennen, die als Tochter des Kastellans im Berliner Stadtschloss wohnt, der Frühlingsresidenz des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. Alice ist schockiert über das Ausmaß der Verelendung - und zugleich tief beeindruckt von Hannes, der voller Ehrgeiz und Phantasie zu sein scheint.
Doch als die Märzunruhen 1848 ausbrechen, als sich der Konflikt zwischen dem preußischen König und den Aufständischen zuspitzt und gemäßigte Kräfte nur schwer Gehör finden, scheint es für die Gefühle, die Hannes und Alice füreinander entwickeln, keine Zukunft mehr zu geben.

Meinung / Fazit:
Titus Müller führt den Leser nach Berlin in das Jahr 1848.
Feuerland, der Stadtteil der Industrieansiedlung und der Armen auf der einen Seite und das Berliner Stadtschloss auf der anderen Seite. Zwei Welten, die verschiedener nicht sein könnten.

Und doch bahnt sich zwischen Hannes aus Feuerland und Alice aus dem Stadtschloss eine tiefere Beziehung an, die durch Höhen und Tiefen geht.

Durch die fortschreitende Industrialisierung werden die Menschen durch die Fabrikanten ausgebeutet, arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen und haben nicht genug zum Leben. Massenarbeitslosigkeit, Hunger und Elend führen schließlich zum Arbeiteraufstand. Soldaten werden gegen die Arbeiter geführt, blutige Straßenschlachten mit Toten auf beiden Seiten sind das Ergebnis.

Dies hat der Autor durch gute Recherche und mit realistischen, historischen Personen (z. B. Alexander von Humboldt, Julius von Minutoli, General Pfuehl) in flüssigem Schreibstil zu einer Geschichte verarbeitet.

Durch die detaillierte Schreibweise war ich als stiller Beobachter in das Geschehen eingebunden, begleitete mal Hannes und mal Alice auf ihren Wegen.

Ein lesenswerter, historischer Roman über die Märzunruhen 1848 in Berlin.

Über den Autor:
( Quelle: Umschlagtext des Buches)
Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, studierte in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaft und Publizistik. 1998 gründete er die Literaturzeitschrift "Federwelt". 2002 veröffentlichte er, 24 Jahre jung, seinen ersten Roman: "Der Kalligraph des Bischofs". Es folgten weitere historische Romane. Titus Müller wurde mit dem C.S.Lewis-Preis und dem Sir Walter Scott-Preis ausgezeichnet. 2011 erschien im Blessing Verlag sein Roman "Tanz unter den Sternen". Für den Roman "Nachtauge" (Blessing, 2013) wurde Titus Müller 2014 im Rahmen einer Histo-Couch-Umfrage zum Histo-König des Jahres gewählt. In seinem neuen Roman entwirft Titus Müller ein detailgenaues Panorama der Märzrevolution von 1848.

Titus Müller - Berlin Feuerland - Blessing Verlag - ISBN 978-3-89667-503-3


Montag, 4. Mai 2015

Susanne Goga - Der dunkle Weg


Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Hamburg, 1912: Gegen den Willen ihrer Eltern begibt sich die Kaufmannstochter Ida auf eine gewagte Reise, fort von ihren Pflichten, auf nach Irland. Dublin empfängt sie weltoffen, kreativ und gegensätzlich - genau die Abwechslung, die Ida gesucht hat. Schnell findet die junge Künstlerin Arbeit, schließt Freundschaften und lernt den Arzt Cian kennen - und lieben. Voller Zuversicht hofft Ida auf eine Zukunft mit ihm und ein neues Leben in Irland. Doch Europa stehen blutige Zeiten bevor, und bald muss Ida um ihre Träume kämpfen. 

Meinung / Fazit:
Über das Schicksal der Iren im 19. Jahrhundert habe ich schon einige Romane gelesen. Darum sprach mich dieser Roman, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielt, auch gleich an. Ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Schon nach den ersten Seiten konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen.
Die Autorin verstand es, mich mit ihrem flüssigen, lebendigen Schreibstil, den bildhaften Beschreibungen der Orte und Handlungen, zu fesseln.

Mit Ida und Cian schuf sie Protagonisten, die ich gleich ins Herz schloss. Auch die anderen Charaktere fügen sich harmonisch in die Geschichte ein.
Die Autorin band in diese fiktive Geschichte historische Personen und Ereignisse ein, was mir gut gefiel.

Ida, die junge Künstlerin, nahm ihren Alltag gleich in die Hand, besorgte sich Arbeit und richtete sich ihr Leben ein. Durch Zufall verlief sie sich in die Armenviertel der Stadt und das Leid und Elend dort ließ sie nicht unberührt. Sie schließt Freundschaften und lernt Cian kennen, der es ihr nicht leicht macht. Doch nach einiger Zeit und vielem Auf und Ab werden sie ein Paar.

Der Wunsch nach Freiheit - weg von der britischen Herrschaft - bricht in Dublin aus und nimmt ein ungutes Ende. Viele von Idas Freunden lassen ihr Leben in dem Kampf um Freiheit, und Ida sorgt sich um Cian, der als Arzt den Patrioten hilfreich zur Seite steht.

Mehr will ich über die Geschichte nicht verraten, um dem späteren Leser nichts vorweg zu nehmen.

Eine lesenswerter Roman  um Hoffnung, Leid und Liebe.

Über die Autorin:
Susanne Goga, 1967 geboren, ist eine renommierte Literaturübersetzerin und Autorin. Im Diana Verlag erschienen von ihr bereits drei Romane, darunter "Die Sprache der Schatten", für den 2012 mit dem DeLiA-Literaturpreis ausgezeichnet wurde, und der Spiegel-Bestseller "Der verbotene Fluss". Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Mönchengladbach. (Quelle: Buchinnenseite)

Susanne Goga - Der dunkle Weg - Diana Verlag - ISBN 978-3-453-35799-0



Mittwoch, 29. April 2015

Linda Newbery - Der Tag, an dem Rose verschwand


Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Als Anna sich an einem heißen Sommertag auf den Weg in die Stadt macht, genießt Rose die Sonne im Garten. Und Anna ahnt nicht, dass sie ihre Schwester zum letzten Mal gesehen hat.
Zwanzig Jahre später fällt es Anna schwer, in die Zukunft zu blicken, wo doch Rose immer nur Vergangenheit sein wird. Auch ihre Mutter, die schon einmal einen geliebten Menschen verlor, scheint mit der Tragödie nicht abgeschlossen zu haben - und ein Geheimnis zu verbergen...

Meinung / Fazit:
Es geschah um Viertel nach zwei an einem Mittwochnachmittag...
so lautet die Überschrift des Klappentextes.
Ein Tag, der auch nach zwanzig Jahren bei Anna und ihren Eltern noch immer lebendig ist.

Durch ihr plötzliches Verschwinden wurde Rose auf einen Sockel gestellt. Sie, die perfekte Tochter und Schwester. Sie verstand es, sich stets in gutem Licht darzustellen. Ihr Verschwinden war egoistisch und dass sie ihre Familie in Ungewissheit zurückließ, kümmerte sie nicht.

Anna bekommt ihr tägliches Leben nach Rose Verschwinden nicht so recht auf die Reihe. Denn auch noch zwanzig Jahre danach sucht sie nach Rose und der Antwort: Warum!

Die Mutter Cassandra hat den frühen Tod ihres Bruders Roland nie so richtig verarbeitet. Auch gibt es bei ihr ein lang gehütetes Geheimnis, von dem nur ihre Eltern wissen und welches bisher - auch vor ihrem Mann Donny - verschwiegen wurde. Und nun ist Rose weg! Kein Wunder, dass sie irgendwann mit den Nerven am Ende war!

Auf verschiedenen Zeitebenen beschreibt die Autorin in einem flüssigen Schreibstil Personen, Landschaften und Handlungen.
Die Charaktere wurden gut dargestellt und sie verstand es, die oft bedrückende Stimmung - die bis kurz vor Ende der Geschichte anhielt - anschaulich wieder zu geben.

Eine interessante Geschichte um mehr als ein Familiengeheimnis.

Die Autorin:
Linda Newbery studierte und unterrichtete Englisch, bevor sie ihr erstes Buch verfasste. Sie veröffentlichte bereits mehrere Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die vielfach ausgezeichnet wurden, u.a. mit dem Costa Children´s Book Award. Zur Zeit lebt sie mit ihrem Mann und drei Katzen in einem kleinen Dorf in der Grafschaft Oxfordshire im Süden Englands. (Quelle: Umschlagtext im Buch)

Lind Newbery - Der Tag, an dem Rose verschwand - Verlag blanvalet -
                                                                                             ISBN 978-3-7645-0497-7


Freitag, 24. April 2015

Brigitte Teufl - Heimhilcher - Von Hochzeiten, Schwiegermüttern und eifersüchtigen Mäusen



Kurzbeschreibung:
Den Verlobungsring am Finger, das Hochzeitsdatum steht fest. Eigentlich könnte Thessa zufrieden sein. Wenn nur das Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter in spe besser wäre! Auch mit Nicky, ihrem pubertierendem Sohn, läuft nicht alles glatt. Ebenso hat sie ihre kleine Eifersucht auf ihre Lieblingsfeindin Judith noch nicht abgelegt. Und dann ist da noch ihr Exmann Wolfgang mit seiner neuen Familie....

Meinung / Fazit:
In diesem Roman konnte ich viele Personen aus "Humor und Hausverstand" "begrüßen". Es war interessant zu lesen, wie sie sich alle in diese Geschichte eingefügt haben. Auch Graf Theo, seine Frau Irene und Theos deutlich jüngere Stiefgeschwister aus "Paragrafen & Grafen" waren hier willkommen.

Interessant sind die Überschriften der einzelnen Kapitel, die nach Speisen - mal aus Österreich, mal aus dem deutschen Norden - benannt  sind.
Am Ende des Buches sind die Rezepte zum Nachkochen aufgeführt.

Durch den flüssigen Schreibstil und die bildhaften Beschreibungen war ich schnell in das Geschehen eingebunden, fühlte mich als "stiller" Gast überall heimisch.
Die Beschreibungen des beruflichen und privaten Alltags von Thessa und Michael, die kleinen Querelen mit Nicky, Judith und Exmann Wolfgang sorgten für angenehme Unterhaltung.

Judith hat ihre Bestimmung als Autorin und Lektorin in Hamburg gefunden. Dies liegt ihr auch viel mehr, als in der Hausverwaltung tätig zu sein. Und nun streckt sie ihre "Fangarme" nach Dr. Hans-Georg Tanner aus.

Wie Tamara und Nicky den "verschollenen" Vater als Überraschung zu Wolfgangs und Beates Hochzeit offerierten, einfach toll.

Wieder mal ein lesenswerter, kurzweiliger Roman aus der Feder von Brigitte Teufl-Heimhilcher.

Brigitte Teufl-Heimhilcher - Von Hochzeiten, Schwiegermüttern und eifersüchtigen                                                           Mäusen -  alle Rechte bei der Autorin -
                                                    ISBN 978-3950347876













Mittwoch, 22. April 2015

Micaela Jary - Das Haus am Alsterufer


Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Hamburg 1911: Nur widerstrebend stimmt der verwitwete Reeder Victor Dornhain der Heirat seiner Tochter Lavinia mit dem Architekten Konrad Michaelis zu. Niemand in der Familie ahnt, dass Lavinias Schwester, die Malerin Nele, ihren Schwager liebt. Etwa zeitgleich wird die 16-jährige Klara Tießen als Hausmädchen bei Dornhains eingestellt. Nur Victor Dornhain und seine Mutter Charlotte wissen, dass Klara sein illegitimes Kind ist. Drei Jahre später bricht der Große Krieg aus und verändert alles: In der Tragödie erkennt Lavinia ihre wahre Bestimmung, Klara findet auf der Suche nach ihrer unbekannten Mutter den Mann ihres Lebens, und das Schicksal seiner Familie wird für den Reeder zu einer Frage der Ehre...

Meinung / Fazit:
Mit liebevoller Strenge wachen Victor Dornhain und seine Mutter Charlotte über die drei Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Ellinor soll einmal die Reederei übernehmen. Sie wirkt bodenständig und engagiert sich außerdem in karitativen Einrichtungen und für die Frauenrechte.

Helene, die Künstlerin der Familie, studiert an der Damenakademie in München.

Nesthäkchen Lavinia ist nur mit sich beschäftigt. Ihr Tag dreht sich um schicke Kleidung und Vergnügungen. Stets will sie ihren Willen durchsetzen. Sie will unbedingt den gut aussehenden Architekten Konrad Michaelis heiraten ( von Liebe zu ihm weit entfernt ). Um ihr Ziel zu erreichen ist ihr jedes Mittel recht.

Klara Tießen, die mit einem Empfehlungsschreiben ihrer Ziehmutter als Hausmädchen bei Dornhains in Stellung kommt, sucht nach ihrer leiblichen Mutter, ihren Vater kennt sie auch nicht.
Leider wurde ja schon im Klappentext erwähnt, dass sie die illegitime Tochter des Reeders ist. Dies nahm schon etwas die Spannung aus der Geschichte. Erst am Ende des Buches gesteht Victor seiner Tochter Ellinor in einem Brief die Tatsache, dass Klara seine Tochter ist.
Ob Klara je davon erfahren hat?

In einem flüssigen, bildhaften Schreibstil zeichnet die Autorin detailliert die verschiedenen Charaktere, Orte und Handlungen.
Auch die Zeit des Krieges mit seinen Entbehrungen, Ängsten und Nöten sind anschaulich beschrieben.

So konnte ich einen guten Eindruck vom Leben und Wirken der Familie Dornhain und dem Frauenbild zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewinnen.

Eine kurzweilige Familiengeschichte mit Höhen und Tiefen.


Micaela Jary - Das Haus am Alsterufer - GoldmannVerlag - ISBN 978-3-442-48028-9