Samstag, 14. März 2015
Beate Sauer - Die Rache der Heilerin
Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Normandie, Ende des 12.Jahrhundert:
Adela ist glücklich verheiratet mit dem Ritter Francis und führt ein bescheidenes, doch zufriedenes Leben. Bis ihre Familie in die Wirren des englischen Bürgerkriegs verstrickt wird. Denn als König Henrys Söhne gegen dessen Herrschaft aufbegehren, muss auch Francis in die Schlacht ziehen. Ein alter Todfeind von Adelas Familie nutzt daraufhin den Krieg für seinen privaten Rachefeldzug - und Adela verliert alles. Brutal misshandelt und ihrer Besitztümer beraubt beginnt für sie eine schmerzliche Odyssee, die sie bis nach England führt, immer auf der Flucht vor ihrem Widersacher...
Meinung / Fazit:
Welch schwerer Schicksalsschlag für eine junge Frau und Mutter!
Oft fragte ich mich während des Lesens: wie viel kann Adela noch ertragen?
Wie ein roter Faden zieht sich der Hass William de Thorignys durch den Roman.
Ihre Flucht aus der Normandie nach England, ihre Not und ihr Elend, der Kampf um das tägliche Überleben und die ständige Angst vor de Thorigny - kein Wunder, dass dabei die Seele schweren Schaden erleidet und der Lebensmut sinkt.
Trotz aller Widrigkeiten, Adela ist eine starke Frau, die gestützt und geschützt von wirklichen Freunden in ihr Leben zurück findet.
Beate Sauer hat mich durch ihren flüssigen Schreibstil, der bildhaften Beschreibung der Protagonisten und Handlungen sowie der ansteigenden Spannung für dieses Buch begeistern können.
Um den historisch belegten Aufstand der Königssöhne Richard und Henry gegen ihren Vater Henry II. verstand es die Autorin eine fiktive, lesenswerte Geschichte zu schreiben.
Beate Sauer - Die Rache der Heilerin - Goldmann Verlag - ISBN 978-3-442-47932-0
Dienstag, 10. März 2015
Hendrik Berg - Deichmörder
Kurzbeschreibung:
Eva und ihr Mann Till ziehen von Berlin nach Nordfriesland in das beschauliche Örtchen Kleebüll. Dort wollen sie in ihrem Haus am Deich wieder Ruhe in ihren Alltag bekommen, denn Eva ist immer noch traumatisiert, da sie in Berlin von dem Psychopathen Mario Stein gestalkt und beinahe vergewaltigt wurde. Wird ihnen der Neuanfang gelingen oder holt die Vergangenheit sie ein?
Meinung / Fazit:
Ihre Arbeit als Kindergärtnerin füllt Eva aus, sie schließt Freundschaft mit ihrer Kollegin Wibke und sorgt sich um Haus und Garten. Doch irgendetwas scheint mit dem Haus nicht zu stimmen. Leider hat Eva noch immer Albträume und nun gesellen sich noch Tagträume dazu. Sie sieht eine junge Frau in ihrem Haus, die aus einer längst vergangenen Zeit zu kommen scheint. Was hat es mit dem Mann im schwarzen Mantel auf sich, der Eva zu verfolgen scheint?
Auch Till findet Anschluß an die Gemeinde. Sein Nachbar Harke scheint ihm etwas sonderlich, nennt er doch einen Hausgeist sein Eigen. Für Till ist dies alles "Spökerkram", denn als Städter hat er dafür nichts übrig. Liegt er da richtig?
Der Berliner Kommissar Krumme sorgt sich um Eva sogar aus der Entfernung, da er Mario Stein nicht traut. Sein Bauchgefühl führt ihn schließlich nach Kleebüll, was ihn fast das Leben kostet.
Nahtlos fügten sich die Kapitel aus früheren Zeiten, die "Geister", die der Autor lebendig werden ließ, in den Ablauf der Handlungen ein.
Durch die bildhaften Beschreibungen der Protagonisten, Handlungen und Landschaften, die stetig steigende Spannung die bis zum Ende anhielt, wurde das Lesen zum Erlebnis.
Ein guter Kriminalroman mit "Gänsehautfeeling".
Hendrik Berg - Deichmörder - GoldmannVerlag - ISBN 978-3-442-47991-7
Montag, 9. März 2015
Ute Horn - Als das Leben stehen blieb
Kurzbeschreibung:
An einem Sonntagnachmittag geschehen mit Ute Horn seltsame Dinge. Sie will sprechen, doch kein Wort kommt über ihre Lippen. Besorgt ruft ihr Sohn Daniel den Vater zu Hilfe, der Arzt ist. Ute erleidet einen epileptischen Anfall, fällt in einen Schockzustand. Die Notärztin diagnostiziert eine hypertensive Krise und Ute kommt sofort in die Notaufnahme......
Meinung / Fazit:
Die Autorin beschreibt in diesem Buch ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrer Erkrankung, die praktisch in letzter Minute erkannt wurde.
Eine Operation am Gehirn war notwendig, um das kavernöse Angiome zu entfernen. Wie bei jeder Operation gibt es auch bei dieser Risiken, die auftreten können:
Zitat S.37 - In einem von hundert Fällen können Sie sterben, in etwa fünf von hundert Fällen werden Sie mit einer Halbseitenlähmung aufwachen und in etwa fünf von hundert Fällen nicht mehr reden können.
Ute beschloss daher, mit jedem ihrer Kinder vor der OP ein persönliches Gespräch zu führen, falls sie nach dem Eingriff dazu nicht mehr in der Lage wäre.
Dies fand ich eine gute Idee, so konnten sie sich nochmals austauschen und evtl. Dinge, die unterschwellig irgendwo vergraben waren, zur Sprache bringen.
Da Ute gefestigt in einer Glaubensgemeinschaft lebt fand ich es sehr bemerkenswert, dass die Gemeinde und auch Freunde für sie einen Gebetstag während der OP abhielten.
Gott hielt seine schützende Hand über Ute und sie wachte ohne Ausfälle aus der Narkose auf.
Leider verstarb ein junges Mädchen aus der Gemeinde in der Zeit an einem Gehirntumor und Ute stellte sich die Frage: warum musste sie sterben und ich darf leben?
Darauf wird sie wohl nie eine Antwort erhalten, denn Gottes Wege sind unergründlich.
Dieses Buch, in einem angenehmen Schreibstil verfasst, kann möglichen Betroffenen
vielleicht ein kleiner Trost sein und ihnen Mut machen, das Positive im Leben mehr in den Vordergrund zu heben und den Glauben an Gott nicht zu verlieren.
Ute Horn - Als das Leben stehen blieb - SCM Hänssler Verlag - ISBN 978-3-7751-5609-7
Donnerstag, 5. März 2015
Petra Durst-Benning - Solang die Welt noch schläft
Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Berlin, um 1890. Josefine entdeckt für sich die gefährliche, für Frauen geradezu skandalöse Leidenschaft des Radfahrens. Dafür riskiert sie alles. Und sie verliert alles - ihre Familie, ihre Freundinnen und fast sich selbst. Aber Josefines Kämpferherz ist groß!Und die Liebe eines Mannes ermutigt sie, ihren Lebenstraum zu verwirklichen. Bei einem strapaziösen Radrennen will sie beweisen, was in ihr steckt. Entschlossen tritt Josefine an - und trägt einen ganz eigenen Sieg davon.
Meinung / Fazit:
Die Hauptprotagonistin Josefine, eine eigensinnige junge Frau, hat es mit ihrer fortschrittlichen Denkweise zur damaligen Zeit nicht leicht.
Josefine fühlt sich verantwortlich am Unfalltod ihres kleinen Bruders, und das Verhältnis zu ihren Eltern verschlechtert sich immer mehr. Sie muss in der Schmiede des Vaters täglich unentgeltlich arbeiten und wird wie eine "Aussätzige" behandelt.
Seit Josefine während eines Aufenthaltes im Schwarzwald mit dem Veloziped in Berührung kam gilt ihre ganze Leidenschaft dem Radfahren. Leider war es zur damaligen Zeit nur Männern erlaubt öffentlich Rad zu fahren, doch Josefine scherrt sich nicht darum. Ihr Traum ist es ein eigenes Veloziped zu besitzen.
In der Fabrikantentochter Isabelle und der Apothekertochter Clara findet sie zwei verwandte Seelen. Eine Freundschaft entsteht, die jedoch auf eine harte Probe gestellt wird.
Es beginnt eine "Revolution" der Frauen.
Josefine lässt sich nicht verunsichern und kämpft für ihren Traum.
Der Lebens- und auch Leidensweg von Josefine wird von der Autorin mit historischen Hintergründen und gut gezeichneten Charakteren bildhaft erzählt.
Eine bewegende Geschichte, vortrefflich erzählt.
Dies ist der erste Roman der Trilogie "Jahrhundertwind". Die Folgebände "Die Champagnerkönigin" und "Bella Clara" sind schon erschienen und stehen auf meiner Leseliste.
Petra Durst-Benning - Solang die Welt noch schläft - List-Verlag- ISBN 978-3-471-35057-7
Samstag, 28. Februar 2015
Annette Hennig - Das Geheimnis der Uhr
Kurzbeschreibung:
Mit ihrer Tochter Laurie verbringt Alexa, die Urenkelin von Agnes, ihren Urlaub in Frankreich. Der gut aussehende Achille lässt ihr Herz höher schlagen und dann entdeckt Laurie in einem Antiquitätengeschäft die Taschenuhr, von der man annahm, sie wäre mit ihrem Besitzer Walther, dem Mann von Uroma Agnes, zusammen in der normannische Erde begraben....
Meinung / Fazit:
Dieses Buch ist der zweite Band der Trilogie "Und immer war es Liebe", von dem ich bereits den ersten Teil "Agnes Geheimnis" gelesen habe.
Wie klein die Welt doch ist und wie Schicksale und Familien durch Zufall nach 70 Jahren aufeinander treffen - so war mein Eindruck nach dem Lesen.
Nachdem Alexa und Laurie die Uhr gefunden hatten und Madlon, die jetzige Besitzerin der Uhr sich bereit erklärte zu erzählen wie sie in den Besitz der Uhr kam, taucht der Leser ein in eine Geschichte, die vor 70 Jahren begann.
Es fällt Madlon nicht leicht die Geschichte zu erzählen, denn sie beherbergt auch ein lang gehütetes Geheimnis, sowie schmerzvolle Erinnerungen.
Doch gerade die Erzählungen von Madlon geben der Geschichte die "richtige Würze". Der Leser nimmt Anteil an dem Schicksal der Juden im zweiten Weltkrieg, als Frankreich von den Deutschen besetzt war.
Ebenso sind es tiefe Gefühle, die Walther und Madlon verbinden, obwohl Walther daheim in Deutschland Frau und Kinder hat.
Durch den flüssigen Schreibstil und die gut gezeichneten Protagonisten konnte die Geschichte mich für sich einnehmen.
Die Autorin verstand es Neugier zu wecken, Spannung aufzubauen und mich durch die Aufdeckung des lang gehüteten Geheimnis als zufriedene Leserin zurückzulassen.
Gespannt bin ich nun auf den dritten Teil.
Annette Hennig - Das Geheimnis der Uhr - alle Rechte bei der Autorin - ISBN 9781503054745
Donnerstag, 19. Februar 2015
Elisabeth Büchle - Skarabäus und Schmetterling
Kurzbeschreibung:
Sarah Hofmann und ihre Ziehmutter Lady Alison Clifford zieht es 1922 von London nach Ägypten. Dort besuchen sie die Ausgrabungsstätten des Archäologen Howard Carter. Ständig passieren Sarah Missgeschicke und sogar Unfälle. Ein Zufall? Oder wer steckt dahinter Sarah nach dem Leben zu trachten?
2011, als auf dem Schwarzmarkt immer wieder Tutanchamun-Artefakte auftauchen, gerät Rahel, die als Praktikantin im Berliner Museum arbeitet, in den Fokus von Europol. In Begleitung des Historikers Daniel, seiner Frau Emma und Falk flieht sie nach Kairo. Sie wollen herausfinden, was damals geschah und wer nun auch Rahel nach dem Leben trachtet..
Meinung / Fazit:
Aufgebaut in zwei abgeschlossenen Geschichten nimmt die Autorin den Leser mit auf eine Reise voller Spannung.
Im ersten Teil des Buches taucht der Leser ein in die Welt Ägyptens, erlebt an der Seite von Sarah die Entdeckung des Grabes Tutanchamun. Langsam entwickelt sich Sarah zu einer selbstbewussten jungen Frau, die so manches Abenteuer übersteht.
Der zweite Teil beginnt 2011 in Berlin und dort trifft der Leser auf einige bekannte Protagonisten aus dem Buch "Das Mädchen aus Herrnhut".
Rahel, eine Ururenkelin von Sarah, gerät in den Fokus von Europol. Doch gelingt es ihr mit Hilfe ihrer Freunde nach Kairo zu fliehen, die Hintergründe zu erforschen und die wahren Täter zu überführen.
Einmal mit dem Lesen begonnen, lässt das Buch den Leser nicht mehr los
Um gut recherchierte, historische Hintergründe schrieb die Autorin ihre fiktive Geschichte.
Auch diesmal ist der Schreibstil lebendig, bildhaft und spannend. Doch auch die Liebe kommt - trotz der kriminellen Einlagen - nicht zu kurz.
Von mir eine unbedingte Leseempfehlung!
Elisabeth Büchle - Skarabäus und Schmetterling - Verlag GerthMedien - ISBN 978-3-95734-013-9
Montag, 2. Februar 2015
Christine Kabus - Insel der blauen Gletscher
Kurzbeschreibung:
(Klappentext)
Spitzbergen, 2013. Nach dem schmerzlichen Ende ihrer Ehe kehrt die deutsche Reisereporterin Hanna in ihren Beruf zurück und fliegt zu dem entlegenen Archipel. Bei ihren Recherchen stolpert sie über einen grausigen Fund, den das schmelzende Eis eines Gletschers freigegeben hat. Eine spannende Story witternd, begibt sie sich an der Seite des charismatischen Polarforschers Kare auf Spurensuche ...
Ruhrgebiet, 1907. In Emilie, der burschikosen Tochter eines Fabrikbesitzers, löst der Wunsch ihrer Eltern, sich endlich standesgemäß zu verheiraten, Beklemmungen aus. Um wenigstens einmal im Leben ihre Freiheit auszukosten, schließt sie sich als Mann verkleidet einer Forschergruppe an, die in die Arktis reist. Ein Abenteuer mit ungeahnten Gefahren - denn sie ist nicht die Einzige, die ein Geheimnis hat ...
Meinung / Fazit:
Nach "Im Land der weiten Fjorde" und "Töchter des Nordlichts" ist "Insel der blauen Gletscher" der dritte Norwegenroman aus der Feder von Christine Kabus.
In abwechselnden Kapiteln beschreibt sie das Leben und Handeln von Emilie ( 1907 ) und Hanna ( 2013 ).
Emilie war für ihre Zeit eine mutige junge Frau, die ihr Leben selbst in die Hand nahm und damit ein Tabu für die damalige Zeit brach. Abenteuerlust und die Liebe zu ihrem Bruder Max brachte sie auf die Expedition bis nach Spitzbergen. Sie kämpfe sich durch, ließ sich nicht beirren und konnte schließlich auch ihren Vater überzeugen den Mann zu heiraten, den sie liebte.
Hanna, von heute auf morgen von ihrem Ehemann verlassen, steckt den Kopf nicht in den Sand und nimmt ihre frühere Tätigkeit als Reisereporterin auf. Ihre Reise führt sie bis nach Spitzbergen, wo sie über eine Leiche stolpert und eine neue Liebe findet.
Christine Kabus konnte mich auch mit diesem Roman wieder begeistern. Sie beschreibt die Landschaften, Menschen und Handlungen sehr detailliert und bildhaft, sodaß das Fernweh schnell geweckt wurde.
Im zweiten Drittel des Romans nahmen stellenweise die Landschaftsbeschreibungen etwas viel Platz ein, etwas mehr Handlung wäre da angebracht gewesen, schließlich war die Neugier, wie sich die Geschichte weiterentwickelt, sehr groß.
Die Romane können auch unabhängig von einander gelesen werden, da Personen, die in den vorherigen Romanen eine Rolle gespielt haben, gut mit in die Geschichte eingebaut wurden.
Man spürt beim Lesen der Romane die große Liebe der Autorin zu diesem Land, welche sie gekonnt dem Leser nahe bringt.
Ein lesenswerter Roman, nicht nur für Norwegenfans.
Christine Kabus - Insel der blauen Gletscher - Verlag Bastei Lübbe - ISBN 978-404-17154-5
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